Feuertulpenturm Loerrach

Zur mythisch-melancholischen Stimmung trug nicht zu letzt auch Gisella (Gisella Höchstötter) mit ihrer Musette-Musik auf dem Akkordeon bei.

 

Mythisch und geheimnisvoll

Max Meinrad Geiger entzündete wieder seinen Feuertulpenturm
Lörrach

(lu). Der Feuerteufel hat wieder zugeschlagen. Traditionell zur Wintersonnenwende hat der Inzlinger Künstler Max Meinrad Geiger wieder seinen Feuertulpenturm im Grüttpark hinter Villa Feer und Jazztone entzündet. Und im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als der Flammengott den Künstler erstmals im Stich gelassen hatte und der Turm infolge wohl zu nassen Holzes einfach nicht richtig brennen wollte, gab es diesmal wieder das beliebt-berüchtigte Tulpenturm-Inferno.
Kaum, dass Geiger ein wenig Brennspiritus auf die untersten Holzstapel gespritzt und entzündet hatte, breitete sich das Feuer in dem vier Meter hohen, aus vier Stahlkuben bestehenden Turm flugs aus. Es ist einfach immer wieder schön, den Turm brennen zu sehen, erklärte der Künstler.

Und auch wenn er das Spektakel bereits zum x-ten Mal inszeniert hat, fasziniert ihn die besondere Atmosphäre der sich nach oben ausbreitenden und mächtig züngelnden Flammen stets aufs Neue. Und dieser Meinung waren auch wieder gut 200 Besucher im Grüttpark, die sich den Event des Künstlers, den er gemeinsam mit dem Fachbereich Kultur und Medien veranstaltet, nicht entgehen lassen wollten.
Waren es zunächst Funkenflug, Rauchschwaden und spärliches Flammenlicht, so nahm das Feuer schnell an Größe und Lichtstärke zu. Es entstanden immer wieder neue farb- und lichtschöne Formen, deren Faszination in ihrer schnellen Wandlung und auch in ihrer Vergänglichkeit sich kaum einer entziehen konnte.

  Zur mythisch-melancholischen Stimmung trug nicht zu letzt auch Gisella (Gisella Höchstötter) mit ihrer Musette-Musik auf dem Akkordeon bei. Permanent um das Feuer schlendernd, drehte sie sich mit gefühlvollem Spiel oftmals um sich selbst und verbreitete damit eine leicht geheimnisvolle und bezaubernde Atmosphäre.

Aber auch sonst hatte der Fachbereich für die passenden Zutaten eines besonderen nächtlichen Spektakels unter freiem Himmel gesorgt. Im Schein der auf alten Fässern aufgestellten Kerzenlichter schmeckten Kinderpunsch, Glühwein und Prosecco noch mal so gut.

Die Oberbadische (20.12.2011)